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- 26.05.2026
- Headquarter
- 2 Minuten Lesezeit
Osteuropa als Logistikstandort
Chancen und Realitäten für globale Lieferketten
Im Rahmen des Formats „Cargo Cafe“ unseres langjährigen Partners Bestway in den USA, sprachen Frank Markovitz, Station Manager Wien & Graz und Product Manager European Air Freight, sowie Lazar Petković, Managing Director für Serbien und Bosnien und Herzegowina, über die Dynamik der osteuropäischen Logistikmärkte und die konkreten Auswirkungen dieser Entwicklungen auf Kunden, Importeure und Logistikpartner.
Wachstum mit regionaler Tiefe
Cargomind ist heute in 17 Ländern mit 33 Büros vertreten, alle direkt an den jeweiligen Flughäfen oder Häfen positioniert, ein bewusstes strategisches Signal. „Wir wollen bei der Fracht sein, direkt am Flughafen. Das gibt uns mehr Möglichkeiten, in Prozessanpassungen einzugreifen", so Frank Markovits. Diese Nähe zahlt sich aus: In Wien werden dringende Sendungen im Schnitt in drei bis vier Stunden auf der Exportseite abgefertigt. In Ausnahmefällen sogar innerhalb von eineinhalb Stunden vor Abflug.
Osteuropa als Sourcing-Alternative: Realistisch betrachtet
Lazar Petković zeichnet ein differenziertes Bild der Region. Die westlichen Balkanstaaten, darunter Serbien und Bosnien, sind noch kein Teil des europäischen Binnenmarkts. Das hat Wartezeiten von durchschnittlich 16 Stunden pro Seite an den Grenzen zur Folge. „Diese Situation macht EU-Länder im geschäftlichen Sinne attraktiver", sagt Petković. Dennoch sieht er klare Chancen: „Serbien und Bosnien haben gut ausgebildete Arbeitskräfte, die Lohnkosten sind noch deutlich unter EU-Niveau, und die Qualität ist international wettbewerbsfähig - wenn man die richtigen Nischen findet."
Für US-amerikanische Importeure sind folgende Sektoren von besonderer Relevanz: Automotive (trotz Stagnation weiterhin strukturell bedeutend), Lebensmittelproduktion und FMCG, IT-nahe Dienstleistungen sowie die Möbelindustrie. Besonders hervorgehoben wird die Weinproduktion in Serbien, Rumänien und der Republik Moldau, die laut Petković „wirklich exzellent, aber in den USA noch kaum bekannt“ ist.
Infrastruktur im Aufbruch
Die Infrastrukturentwicklung in Südosteuropa hat in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen. Der Hafen Koper verdreifacht seine Containerkapazität auf bis zu einer Million TEU pro Jahr, der neue Containerterminal in Rijeka ist bereits in Betrieb. Die neue Schnellzugverbindung zwischen Belgrad und Budapest wird in diesem Jahr eröffnet und ermöglicht es, Cargo aus Serbien in maximal 20 Tagen über Hamburg in die USA zu verschiffen. „Vor fünf Jahren hätte das noch 40 bis 45 Tage gedauert", so Lazar Petković.
Auch Budapest als Luftfrachtdrehscheibe hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren grundlegend verändert. Frank Markovits sagt: „Budapest war früher kaum auf der Karte, wenn es um Air Cargo ging. Heute laufen täglich 15 bis 25 Frachtflugzeuge aus Asien dort ein und Wien ist nur drei Stunden Fahrzeit entfernt. Das gibt uns eine Flexibilität beim Asienzugang, die wir früher nicht hatten."
Flexibilität als operative Kernkompetenz
Gerade in einem volatilen Marktumfeld - Nahost-Krise, Suezkanal-Problematik, geopolitische Unsicherheiten - sind operationelle Agilität entscheidend. Als in der Hochphase der Nahost-Eskalation über Nacht 60 Prozent der Frachtkapazität ab Wien wegbrachen, gelang es Cargomind, eine zeitkritische Formel-1-Sendung über Frankfurt umzuleiten. Das funktioniert nur mit direkter Kommunikation zwischen den Stationen und ohne langfristige Kapazitätsbindungen bei einzelnen Airlines.
„Wir hören den Kunden zu, finden ihre Engpässe und passen die Prozesse an, nicht umgekehrt", fasst Frank Markovits die Unternehmensphilosophie zusammen. „Sie bringen ein Problem, wir lösen es."
Für Kunden und Partner, die den osteuropäischen Markt erschließen oder ihre Lieferketten diversifizieren möchten, bietet das Netzwerk von Cargomind eine fundierte regionale Verankerung mit kurzen Entscheidungswegen. Eine Kombination, die gerade in einem Marktumfeld mit hoher Volatilität einen echten operativen Unterschied macht.
Das komplette Webinar gibt es auch auf YouTube zum Nachsehen: Cargo Cafe: Eastern Europe on the Rise with Cargomind - YouTube
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